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Der LUFF gräbt jedes Jahr viele Filme von einer parallelen Dimension der Filmgeschichte aus. Filme von denen man meistens nie hören würde, ausser man fände per Zufall in einem verstaubten Filmkatalog einen Artikel darüber. Und natürlich gibt es manchmal einen Grund, wieso paar Filme einfach in Vergessenheit geraten. Bei anderen findet man im Nachhinein doch eine versteckte Qualität. Sei es auch nur um sich über veraltete spielweisen der Schauspieler, oder über fehlerhafte Synchronisation des Tons lustig zu machen. Diese Filme sind aber auch immer ein Fernglas in einem Teil der Realitäten von früheren Gesellschaften.

Leider konnte ich mir dieses Jahr nur eines dieser vergessenen Filme ansehen: The Black Panther. Eine andere Review ist Relaxer gewidmet, einer neueren Produktion, welche mit ästhetisch makellose Bilder arbeitet, jedoch einen unkonventionellen Filmplot wagt. Last but not least wird noch Strictly Platonic, eine 3D Animation, vorgestellt. Drei sehr unterschiedliche Filme also, die einen Einblick in die Bandbreite des Undergrounds verschaffen sollen.

THE BLACK PANTHER, Ian Merrick, 1977, GB, 102 min

Basierend auf einem echten Vorfall, zeigt The Black Panther eine quasi dokumentarische Perspektive auf die Taten eines kriminellen Familienvaters. Im anschliessenden Q&A, erfuhr man vom Drehbuchautor Michael Armstong, dass alle Handlungen der Figuren direkt aus dem reellen Gerichtsprotokoll entstammen. Diese dokumentaristische Perspektive wurde schon vor der Veröffentlichung des Filmes von den britischen Autoritäten umstritten und als unmoralisch etikettiert, sodass des Film unmittelbar zensiert wurde.

Dieser Film ist vor allem wegen seines historischen Kontextes ein interessanter Fundstück, aber ausserdem auch ein mitreissender Thriller. Zudem hinterfragt er die problematische Position der Presse in der Gesellschaft, ein Thema welches heute noch seine Relevanz findet.

RELAXER, Joel Potrykus, 2018, USA, 91 min

Die Bilder sind tadellos und könnten die, eines Indie-Videoclips sein. Underground ist also nicht nur, wie das Klischee es will, unsaubere, mit Handkamera gedrehte Videos. Wahrscheinlich ist es die ungewöhnliche Handlung (oder besser gesagt, die für einen Langspielfilm untypische Handlungslosigkeit) welche ihn zur dieser Kategorie zuteilt. Gibt es etwas weniger filmtaugliches als einem Mann in Unterhose auf einer Couch dabei zuzusehen wie er versucht, den Level 256 von Pacman zu erreichen ? Und das während 91 Minuten… Relaxer gelang es aber diesen Inhalt mit unerhoffter Spannung und frechem Humor darzustellen.

STRICTLY PLATONIC, Caitlin McCarthy, 2017, GB, 3 min

 

Eine saure aber zugleich mitfühlende Satire von Einsamkeit auf Internetforen. Die Animation ist sehr simpel gehalten: Glückliche, smiley-ähnliche Gesichter tanzen durch die Lüfte eines hellblauen Hintergrundes. Währenddessen liest eine synthetische Stimme Ausschnitte aus Foren, welche von der Einsamkeit des durchschnittlichen Internetbesuchers zeugen. “I AM JUST LOOKING FOR SOMEONE WHOS LIKE ME. SOMEONE WHO HAS TRUBLE FEELING LIKE NORMAL PEAPLE DO.” Kann man sich unter anderem mit einer winzigen Träne im Auge und einem schiefen Lächeln anhören. Bittersweet also. Der Film erzählt uns auf einer einfachen aber sehr wirkungsvollen Weise diese verdecke Gefühle, welche irgendeiner fühlen könnte, erst aber in den Tiefen des Internets sichtbar werden.

6. November 2018

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