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Internationales Trickfilmfestival Stuttgart

FMX

24.– 29. April 2018

Eine Postkarte von Christian Gasser

 

ISLE OF DOGS

 

Zahlen, Statistiken und interessante Einblicke in die Produktion von Wes Andersons zweitem Animationsfilm.

 

Nein, schüttelte Angela Poschet den Kopf, der Gleichklang von „Isle of Dogs“ und „I Love Dogs“ sei reiner Zufall. Auf die Idee des Films sei Wes Anderson gekommen, weil er während der Dreharbeiten zu „Fantastic Mr. Fox“ in Ost-London jeden Tag an einer „Hundeinsel“ vorbeigekommen sei.

Die gebürtige Deutsche Angela Poschet war die Produktionsleiterin von Wes Andersons zweitem Animationsfilm „Isle of Dogs“ und nahm das Publikum im überfüllten Saal mit auf eine wilde Hundeschlittenfahrt durch das Zahlenlabyrinth, die Unwägbarkeiten und das Chaos einer solchen Produktion mit.

Die Arbeit am Film begann 2014 mit dem Drehbuch, 2015 stand im Zeichen der Preproduction (während der ein komplettes Animatic realisiert wurde); im April 2016 begannen die Dreharbeiten, Ende 2017 waren die Dreharbeiten und die Postproduktion abgeschlossen – eine Woche vor der Weltpremiere …

 

Puppen und Charaktere:

_900 Puppen, davon 151 Menschen und 57 Hunde (in jeweils mehreren Ausführungen), dazu über 400 Statisten. Gewöhnlich werden in einem vergleichbaren Film zwischen 80 und 90 Puppen eingesetzt.

_Jeder Character hatte bis zu 23 Face Replacements, die alle von Hand bemalt werden mussten.

_27’000 handgetupfte Sommersprossen auf diversen Gesichtern.

 

Dreharbeit:

_240 Sets in einem 3000m2 grossen Studio. Gewisse Sets tauchen im Film nur wenige Sekunden auf. Alles musste „In camera“ gedreht werden, analog, von Hand, sogar Wasser, Rauch, Feuer, Maelstroms. Wes Anderson habe CGI kategorisch ausgeschlossen.

_44 Units

_27 Animatoren

_über 200 Mitarbeiter

_9 echte Hunde am Set zur Inspiration. Sie hätten aber, so Poschet, vor allem gebellt und gestunken.

 

Der Remote-Control-Freak

Die Dreharbeiten dauerten 87 Wochen. Interessant ist, dass Wes Anderson, den Poschet mehrmals als ausgesprochen detailfreudig, perfektionistisch und kontrollwütig umschrieben hatte, nur sechs Mal am Set auftauchte. Er habe es vorgezogen, die Produktion von zuhause aus zu begleiten.

Das habe die Arbeit nicht eben einfacher gemacht, räumte Angela Poschet ein, „manchmal geht es einfach schneller, wenn man zu dritt vor ein Set tritt und ein Problem bespricht, statt es in 100 Emails lösen zu wollen …“

Die Frage, ob sie wieder mit Wes Anderson arbeiten würde, beantwortete Poschet zunächst mit einem Lachen. Dann mit einem Umweg: Als Produktionsleiterin von „Frankenweenie“ habe sie mit vielen „Mr. Fox“-Animatoren gearbeitet. Damals hätten alle geschworen, nie wieder mit Wes Anderson arbeiten zu wollen. Als er sie aber für „Isle of Dogs“ kontaktierte, seien die meisten dem Ruf gefolgt … „Angesichts eines so brillanten Resultats“, sagte Angela Poschet, „verblassen alle Schwierigkeiten schon bald.“

 

Christian Gasser

Wes Anderson: „Isle of Dogs“ ab dem 10. Mai in den Deutschschweizer Kinos.

 

 

 

 

 

 

 

 

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26. April 2018

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