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Noch knapp drei Monate bleiben bis zur Premiere der Abschlussfilme. Inzwischen läuft die Produktion der Projekte auf Hochtouren, was ich zum Anlass nahm, den Studierenden noch einmal auf den Zahn zu fühlen und herauszufinden, was sie beschäftigt.

Die bisherigen Berichte über die Abschlussprojekte 2018 kann man hier nachlesen: Kick-Off / Voll in Fahrt

Wenn man Luzia Schifferle und Tobias Speiser über ihren Wikingerklamauk «Barbarian» reden hört, so könnte man fast meinen, dass die Arbeit an einer Komödie immer auch selber eine launige Angelegenheit wäre. Doch im Falle dieses Abschlussfilmes scheint das tatsächlich der Fall zu sein. «Es macht uns noch immer total viel Spass», erklärt mir Tobias und lehnt sich fast schon demonstrativ in seinen Sessel. Eben gerade haben die beiden ein erstes Musiklayout von Riccardo Venanzi erhalten, dem Komponisten des Films. Das Fazit von Tobias fällt positiv aus: «Die Richtung gefällt uns gut, ich glaube, das wird was». Auch Luzia scheint guter Dinge zu sein: «Wir liegen gut in der Zeit». Das schaffe Zuversicht und gebe einem eine gewisse Ruhe.

Dass die beiden Filmemacher derart optimistisch sind, dürfte sicher auch damit zu tun haben, dass «Barbarian» als eines von vier Abschlussprojekten des Studiengangs vom Schweizer Fernsehen finanziell unterstützt wird. «Natürlich ist das ein gutes Gefühl, dass uns das SRF unterstützt», gibt Luzia zu. Ein solch positives Signal stärke das Selbstvertrauen. Doch die Beiden freuen sich nicht nur über den symbolischen Wert dieser Zusage des SRF. «Mit diesen Mitteln haben wir auch die Möglichkeit, Leute einzustellen», ist Tobias überzeugt. Bei der Animation etwa könne man sicher einzelne Arbeiten delegieren. «Dadurch bleibt uns mehr Zeit, um ein stärkeres Augenmerk auf andere Aspekte zu legen», führt der Filmemacher aus.

Auch beim 3D/2D-Hybriden «Concrete» ist man trotz zunehmendem Stress zuversichtlich. «Das Feedback, das wir bekommen haben, war bisher durchwegs positiv», erzählt Luca Struchen, der diesen Film gemeinsam mit Aira Joana, Nicolas Roth und Pirmin Bieri umsetzt. Sie seien sich schon bewusst, dass der Zeitplan ambitioniert sei – doch das sei kein Grund es nicht trotzdem zu versuchen. Gut sechs Minuten lang soll diese Geschichte werden, die von einem Drifter erzählt, der in einem verlassenen Gebäude auf einen zweidimensionalen Fuchs trifft. Um sicherzustellen, dass die Umsetzung des zweidimensional animierten Fuchses in die 3D-Welt reibungslos funktioniert, arbeiten Aira und Pirmin an ersten Tests und Simulationen. «Wir versuchen, den idealen Workflow für diesen Prozess zu finden», erklärt mir Pirmin. Während Aira sich mit dem zweidimensionalen Fuchs befasst, kümmern sich die drei 3D-Spezialisten darum, dass der ganze Rest Gestalt annimmt.

Parallel dazu sitzt Rahel Zimmermann, die Aira bereits bei «Coyote» (Lorenz Wunderle, 2018) kennengelernt hat an der Musik des Films. Die ersten Skizzen der Komponistin gefallen den Studierenden sehr gut. «Rahel spricht genau unsere Sprache», ist Pirmin begeistert. Er schildert, wie die Musikerin auch auf Instrumentenvorschläge von ihrer Seite Rücksicht genommen habe und so beispielsweise ein Hackbrett in den Soundtrack integriert hat. «Wir können es kaum erwarten, die fertige Musik zum Film zu hören».

Der traditionell animierte Kurzfilm «Braises» von Estelle Gattlen und Sarah Rothenberger erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die vor einer wichtigen Entscheidung im Leben steht. Als ich die beiden Filmemacherinnen treffe, hat das Projekt einen wegweisenden Punkt in der Produktion erreicht. «Die wichtigsten Entscheidungen haben wir inzwischen gefällt», erklärt mir Sarah. Dass man diese jetzt vor Allem noch umsetzen müsse, sei befreiend. «Ich hätte nicht gedacht, dass es so befriedigend sein könnte, eine To-Do-Liste abzuhaken», frohlockt Estelle. Ganz so entspannt wie sie sich geben sind die beiden Filmemacherinnen dann aber doch nicht. Der straffe Zeitplan mit den vielen schulischen Verpflichtungen macht ihnen zu schaffen. «Wir würden uns jetzt gerne vollkommen in den Film stürzen», sagt Estelle, «aber es stehen immer wieder Veranstaltungen auf dem Programm, die uns aus dem Flow reissen».

Dass der Kalender der beiden Regisseurinnen so voll ist, ist aber auch ihrem Projekt selber geschuldet. «Wir waren das vergangene Wochenende im Wallis», erzählt Estelle. Dort haben die Beiden die Stimm- und Referenzaufnahmen betreut. Dank der Unterstützung des SRF sind die Stimmaufnahmen im Wallis auch finanziell kein Problem. «Wir hätten es auch ohne Budget gemacht», erklärt Sarah, «aber es ist schön, wenn wir das nicht aus der eigenen Tasche bezahlen müssen». Denn bei einem traditionell animierten 2D-Film wie «Braises» schlagen die Materialkosten zu Buche, wie mir Sarah aufzeigt: «Wir haben gerade 3000 Blatt Papier für die einzelnen Zeichnungen bestellt.»

Text: Owley Samter
Bilder: Rhoda Berger

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26. March 2018

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