Ende November wurden unsere Studienrichtungsleiter vom Bundesamt für Kultur darüber informiert, dass ab sofort die an Schweizer Kunsthochschulen produzierten Filme nicht mehr für den Schweizer Filmpreis eingereicht werden dürfen, zugelassen seien nur noch „unabhängig“ produzierte Filme.

_Zu Weihnachten kamen dann die schriftlichen Mitteilungen, dass die bereits angemeldeten Werke ausgeschlossen seien.

_Der willkürliche Ausschluss von Filmen, die an Hochschulen produziert wurden, ist für uns nicht nachvollziehbar und diskriminiert die erfolgreichen Studienabsolventinnen und Absolventen, welche am Start ihrer Laufbahn stehen.

_Wir halten fest, dass die nicht mehr zugelassenen Werke unabhängige Filme sind. Sie sind inhaltlich und formal frei und Ausdruck einer individuellen und professionellen Autorenschaft.

_Es ist völlig absurd, dass Joana Lochers Film „Oh Wal“ letztes Jahr am FANTOCHE den Preis für den besten Schweizer Animationsfilm gewinnt, aber nach dem neuen Reglement nicht für den Schweizer Filmpreis zugelassen ist.

_Wir wollen und können nicht akzeptieren, dass Werke, die in voller künstlerischer Freiheit entstanden sind, per Verwaltungsakt vom bedeutendsten Qualitätswettbewerb für den
Schweizer Film ausgeschlossen werden.

_ Durch diesen Entscheid wird uns Filmstudierenden und Absolventen nicht nur eine wichtige Plattform entzogen, der Schweizer Filmpreis entwertet sich dadurch selber, besonders wenn in den Kategorien Kurzfilm und Animationsfilm nicht mehr die besten, zum Teil an internationalen Festivals äusserst erfolgreichen Filme, nominiert werden können, sondern nur noch die paar wenigen, die von den eingabeberechtigten Produzenten hergerstellt werden. Da weltweit ein grosser Teil der interessantesten Kurz- und Animationsfilme an Film- und Kunsthochschulen entsteht, machen diese beiden Kategorien keinen Sinn mehr.

_ Die Filmstudierenden und Absolventen sind ein aktiver Teil der Schweizer Filmszene und suchen in dieser Sache das konstruktive Gespräch mit dem BAK, der Schweizer Filmakademie und der gesamten Branche. Wir hoffen auf euren Weitblick und eure Vernunft, denn wir sind eure Zukunft.

_ Wir fordern die Aufhebung dieses diskriminierenden Ausschlusses.

21. Januar 2015

Kommentare

Der CH-Filmpreis ist heute, was früher die Qualitäts- und Studienprämien waren. Aber die Filmschulen produzieren NICHT unabhängig. Es geht nicht darum, dass die Studierenden künstlerisch unabhängig sind in der Herstellung ihrer Filme, es geht darum, ob die Filme in unabhängiger Produktion entstanden sind. Filmschulen sind hochsubventionierte Bildungsinstitutionen und also genau so unabhängig, wie wenn zB die SRG ALLEINE produziert. Deshalb sind nur Koproduktionen mit UNABHÄNGIGEN Produzenten, also mitunter Absolventinnen und Absolventen der nämlichen Schulen, zugelassen zu den Profikategorien beim CH-Filmpreis.
Die Schulen würden sich besser zusammentun und gemeinsam eine Kategorie „Schulfilme“ beim BAK beantragen.

Hallo Jonas,

scheinbar muss man Dich daran erinnern, dass Du als Präsident der GSFA auch die Interessen der 43 Studierenden der HSLU vertrittst – deren Mitgliedsbeiträge werden ja auf jede Fall gerne kassiert.

Der Schweizer Filmpreis soll den besten Film prämieren nicht irgendwelchen externen, oder internen Produzenten dienen. Ich unterstütze das Protestschreiben voll und ganz!

Dieser Entscheid ist für mich völlig unverständlich.
Ich schliesse in einem Jahr mit einem Bachelorfilm ab, und ich bedauere es sehr, dass mir und meinen Mitstudenten diese Chance verwehrt wird. Ich hoffe, dass da noch nicht das letzte Wort gesprochen ist…

Schreibe einen Kommentar