Hiroshima_Festival_neu

Vom 7. bis zum 11. August 2010 fand das 13. Hiroshima International Animation Festival (www.hiroanim.org) statt

und feierte dabei gleich sein 25 jähriges bestehen.

Aus den 1937 eingereichten Filmen aus 58 Ländern, machten 57 Filme aus 22 Ländern ihren Weg in den Wettbewerb und wurden dem Publikum und der int. Jury präsentiert. Darunter der Abschlussfilm von Anja Kofmel, „Chrigi“ und der Erstlingsfilm von Marina Rosset, Absolventin der Luzerner Animationsklasse, „Laterarius“. Dieser fiel der Jury besonders in die Augen und wurde mit einem Spezial Preis ausgezeichnet. Begründung: „ A very engaging and truthful story. Great design and a great start for this young director.“

Die Luzerner Filme „Big Plans“, „Signalis“, „Parasite“,  „Maderanertal“ und „Papirossy“  liefen in verschiedenen Rahmenprogrammen und markierten einen starken Luzerner Auftritt.

Der aktuelle Film unserer lieben Kollegin, Isabelle Favez, „Mixed Bag“, wurde ebenfalls im Wettbewerb gezeigt und mit einer speziellen Anerkennung der Jury gelobt. Immerhin gelang es Isabelle mit ihrem Film das Festivalpublikum zum lachen zu bewegen. Ich glaube das ist die schönste Auszeichnung für eine Arbeit.

Auf die Menschen der Stadt Hiroshima wurde am 6. August 1945, die erste Atombombe, ohne vorherige Warnung, abgeworfen. Die verheerenden (http://www.pcf.city.hiroshima.jp/index_e2.html) Folgen der Bombe haben dazu beigetragen, dass die Stadt Hiroshima im Rahmen ihrer kulturellen Aktivitäten und Initiativen einen starken Akzent auf die atomare Abrüstung und die Sicherung des Frieden setzt. In diesem Kontext muss auch die Gründung (1985) des Festivals durch Renzo und Sayoko Kinoshita (die Direktorin des Festivals) gesehen werden. Die Stadt Hiroshima ist somit auch der Hauptsponsor der drei Millionen Franken teueren Veranstaltung. Unter dem Motto „Love & Peace“ versammelt sich alle zwei Jahre, die Welt der Animationskunst, zur gemeinsamen Feier der besten Filme. Aber auch zum Gedenken an die Opfer der Bombe. So gesehen muss das Festival auch als eine künstlerische Manifestation  gegen die Atombombe verstanden werden.

Im Gegensatz zu allen andern wichtigen Animationsfestivals, findet Hiroshima nur alle zwei Jahre statt. Durch die konsequente inhaltliche Konzentration auf den künstlerischen Animationsfilm, hat sich das Festival ein einzigartiges Programmprofil verpasst,  und geniesst den Ruf, das beste überhaupt zu sein. Durch die Abwesenheit des Kommerzes, eine erstklassige Organisation und die einzigartige Gastfreundschaft, ist Hiroshima eine Oase der Animationskunst. Das Publikum konzentriert sich auf die künstlerischen Positionen und ihre RepräsentantInnen. Das erspart einem das in der Regel eher seichte und andienende Auftreten der Industrie.  Dass dies im Land, in dem die Animation einen wichtiger Wirtschaftsfaktor (Comic, Anime, Game, TV, Kino, usw.) ausmacht möglich ist, grenzt an ein Wunder.

Otto Alder

6. September 2010

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